Dem VfB was zurückgeben (WNZ)

„Dem VfB was zurückgeben“

BRAUNFELS/ASSLAR Beim FSV Braunfels geht im Sommer eine Ära zu Ende. Nach 13 Jahren verlässt Kapitän Florian Winch den Verein, dessen Gesicht er seit vielen Spielzeiten ist.
Es passt zur bodenständigen „Allzweckwaffe“ des Fußball-Verbandsligisten, dass der Wechsel gleichzeitig eine Rückkehr zu den Wurzeln ist. Der 35-jährige Kaufmännische Angestellte, der ledig, aber vergeben ist, heuert zur neuen Saison als Spielertrainer bei seinem Heimatverein VfB Aßlar an.


Bis dahin war es für ihn nie ernsthaft ein Thema, die Kurstädter zu verlassen. „Ich habe mich in Braunfels immer sehr wohlgefühlt. Sowohl sportlich als auch im Umfeld. Warum sollte ich dann für ein paar Groschen mehr von dort weggehen und wechseln?“, begründet der Fußballer, der beim FSV bis auf Torwart wohl jede Positionen gespielt hat, derzeit aber wegen eines Kahnbeinbruchs außer Gefecht ist, im Gespräch mit dieser Zeitung seine Vereinstreue.

Florian Winch, nach 13 Jahren verlassen Sie im Sommer den FSV Braunfels. Warum?

Florian Winch: Ich bin jetzt 35 Jahre alt, da ist in mir der Gedanke gereift, ein Amt als Spielertrainer zu übernehmen. Ich möchte selbst noch kicken, aber auf dem Platz ein bisschen kürzer treten. Da kam die Anfrage des VfB Aßlar gerade recht. Das ist mein Heimatverein, dem ich viel zu verdanken habe. Dort spielte ich selbst in der Jugend. Und jetzt kann ich dem VfB wieder etwas zurückgeben. Außerdem gefällt es mir, dass in Aßlar seit Jahren sehr gute Jugendarbeit gemacht wird. Und die wollen wir natürlich fortsetzen.

Nur zwei Clubs in einer langen Laufbahn. Das ist ungewöhnlich in Zeiten, in denen Vereinswechsel an der Tagesordnung sind. Haben Sie nie daran gedacht, den FSV Braunfels schon früher zu verlassen?

Winch: Natürlich hat es immer wieder Anfragen oder auch Angebote anderer Vereine gegeben. Das bleibt nicht aus, wenn du in der Hessenliga oder der Verbandsliga spielst. Finanziell wäre ein Wechsel sicherlich lukrativ gewesen. Wenn es mir nur ums Geld gegangen wäre, hätte ich woanders spielen müssen. Aber ich habe mich in Braunfels immer sehr wohl gefühlt. Sowohl sportlich als auch im Umfeld des Vereins. Warum sollte ich dann für ein paar Groschen mehr von dort weggehen und wechseln?

Was bleibt kurz vor dem Ende einer Ära besonders in Erinnerung?

Winch: Die wunderbaren Jahre in einem tollen Verein, einer tollen Mannschaft. Wir haben auf dem Platz und auch außerhalb eine prima Zeit gehabt. Ich habe es nie bereut, dass ich damals zum FSV Braunfels gegangen und auch immer dort geblieben bin. Rein sportlich werde ich die zwei Aufstiege in die Oberliga mit meiner Beteiligung in schöner Erinnerung behalten.

Wetzlarer Neue Zeitung vom Dienstag, 13. März 2016, Seite 28